Das Blut der Azteken

Die Mayas und später auch die Azteken glaubten,

daß im menschlichen Blut ein besonderer Stoff fließt und nur die Götter hatten das Recht diesen zu trinken.
Das Blut sollte den Göttern die Kraft geben um die Sonne auf ihrer Umlaufbahn durch die Tag- und Nachtwelt am nächsten Morgen immer wieder erscheinen zu lassen.
Huitzilopochtli war einst Hohepriester, der erst nach seinem Tod durch die Vereinigung mit dem Gott Tetzauhteotl selbst zum Gott wurde.
Der Legende nach führte Huitzilopochtli sein Volk die Azteken an, als sie vom mythischen Aztlán aus eine neue Heimat suchten.
Zum Zeitpunkt der Wanderung war Huitzilopochtli noch ein Priester des übermächtigen aztekischen Gottes Tetzauhteotl. Um die Azteken aus dem Joch der Herrscher von Aztlan-Chicomoztoc zu befreien, flehte der Priester Huitzitzilin den Gott Tetzauhteotl um Hilfe an. In der Chronik des Cristóbal del Castillo wird dazu berichtet:
[Zitat: … Huitzilopochtli flehte den übermächtigen Gott Tetzauhteotl an, dass er helfe, dass er seine Untertanen verteidige, denn in Wirklichkeit beteten sie bereits ihn an, denn sie verehrten nicht die Götter derer von Chicomoztoc, keinen von ihnen. Da alle bereits ihn, den großen Wundertäter, anbeten, möge er sich ihrer erbarmen, sie verteidigen, sie retten, damit sie nicht zugrunde gingen. Er möge sie an einen anderen Ort führen, an einen guten und angenehmen Ort, dass er ihnen Land geben möge. Dort würden sie sich nur einer Sache widmen: ihm zu dienen. …]
Tetzauhteotl offenbarte sich sogleich und kündigte die Befreiung der Azteken an.
Im Jahre 1168 soll Huitzilopochtli die Azteken angewiesen haben, sich auf die Suche nach einer Insel in einem See zu begeben, auf der ein Nopalkaktus aus einem Stein herauswächst. Auf diesem Nopalkaktus würde ihnen ihr Gott in Form eines glänzenden Adlers, der mit seinen Krallen nach einer Tuna (Kaktusfeige) greift, erscheinen.
Die Tuna war für die Azteken das Symbol für das Herz (oft auch für ein geopfertes Herz). Nach der Conquista wurde jedoch die Tuna durch das Bild einer Schlange ersetzt, so wie es heute noch im mexikanischen Staatswappen gezeigt wird.
Die spanischen Conquistadores vermuteten, daß in den Früchten das Geheimnis der Stärke, Vitalität und Intelligenz-Leistungen der aztekischen Hochkultur lag. Den Saft aus dieser Frucht nannten sie „Sangteca“. Das Blut der Azteken (spanisch: Sangue=Blut) machte den Spaniern zunächst Angst, da sich bei ausgiebigem Genuss der Frucht, der Urin rot färbt. Andererseits bestätigte dies ihnen, daß im Körper Prozesse ablaufen, die wohl ursächlich für die Überlegenheit dieser Kultur waren.

Sangteca war das Vermächtnis des aufgestiegenen Gottes Huitzilopochtli, das den Azteken die Kraft spenden sollte, um aus der neuen Heimat eine prachtvolle Zivilisation erwachsen zu lassen. Der Sangteca mit der Kraft spendenen und heilenden Wirkung wurde aus den Plantagen gewonnen, deren Ursprung die Tuna-Frucht aus den Klauen des Adlers war und die rund um die ihrem Gott geweihten Kultstätten angelegt wurden.

Mit Sangteca standen sie ihrem Gott nahe, da dieser vermischt mit Pulque oder Mescal zu einem Ritualgetränk wurde, das ihre Sinne einer höheren Ebene zugänglich machte.

Heute noch verwenden Geisterheiler und Shamanen dieses Ritualgetränk, genau so wie die junge Generation bei Partys und Festen, um ihre Wünschen und Freuden auf einer anderen Sinnesebene in Erfüllung zu bringen.

Jeder Mexikaner schwört einen Eid darauf, das Sangteca mit Tequila, oder ideallerweise mit Mescal, die Stärke des Kriegsgottes der Azteken verleiht und die Liebesnacht zum Rausch der Sinne werden lässt.

Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen zumindest einen Teil dieser historischen Überlieferung. Die roten Kaktusfeigen aus Zacateca haben die höchste Konzentration an bio-chemischen Bestandteilen, die ursächlich für die energiesteigernde, schützende und heilende Wirkung sind.

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